Donghee NamEN

100 Tage – Was möglich ist : sich um sich zu kümmern

Multimediale Rauminstallation & Performance · 2018–2019

Die Tasten eines alten Tasteninstruments im Dunkeln, von einer Seite beleuchtet, daneben eine Karteikarte mit dem Schreibmaschinentext „repair“

Foto: Donghee Nam, Pauline Fabry

Ein hunderttägiges Selbstexperiment, vom 13. Juni bis 20. September 2018. Eine Untersuchung der Frage nach der Balance zwischen der Existenz, dem Mutter-Werden und der künstlerischen Arbeit, in 31 täglich wiederkehrenden Übungen. Das Zuhause wurde zum Mikrokosmos. Im Verlauf der 100 Tage wurde deutlich, wie sich die Wiederholungen selbst sortieren und (re-)generieren, Realität spiegeln — zwischen Anspruch und Tat. Das Projekt ist der Prozess selbst: ein Versuch, achtsam zu bleiben, anzunehmen, was innerhalb der Grenzen möglich ist, und damit weiterzugehen. Das Projekt stellt auch eine gesellschaftliche Frage: nach depressiven Phasen als Nebenprodukt eines leistungsorientierten Systems.

Die Elemente der Installation

Neun Klangquellen, selbst gebaut und präpariert — eine davon fährt auf einem Staubsaugerroboter durch den Raum —, Video aus der 100-Tage-Dokumentation, Hypomnemata, 52 Performance-Anweisungen auf Karteikarten (→ Performances for Depression) und verlassene Alltagsgegenstände.

My intention is to let things be themselves.

John Cage

Dokumentation der 100 Tage, 6:44

Video: Donghee Nam, Pauline Fabry

Eine Drehkartei auf einem Teppich, auf der aufgeschlagenen Karte steht handgeschrieben „Petrichor“

Foto: Donghee Nam, Pauline Fabry

Die Rauminstallation versammelt, was in dieser Zeit entstanden ist: Arbeiten, Dokumentationsmaterial, Alltagsgegenstände. Während der Ausstellung gab es jeden Abend eine Performance, je ca. 30 Minuten. Die Installation zeigt, wie diese 100 Tage vergangen sind — kein Loslassen, sondern ein Festhalten, eine Form des Bewahrens. Die Performance am Abend ist die Einladung zurück ins Hier und Jetzt.

Diplomarbeit an der Kunsthochschule für Medien Köln, 2018/19.

Ein Raum mit Kissen auf einem Teppich; an der Wand darüber die Projektion einer kopfüber stehenden Person, davor auf dem Teppich eine Drehkartei

Foto: Donghee Nam, Pauline Fabry

  • Zwei schwarze Ringe, von der Decke abgehängt, im vorderen ein kleiner schwarzer Ventilator an einer Schnur, der hintere unscharf
  • Zwei schwarze Ringe mit kleinen Ventilatoren hängen von der Decke, darunter an der Wand ein heller Lichtstreifen, der an einem kleinen Keyboard endet, entlang der Wand Karteikarten
  • Die Rohrgeflecht-Lehne eines Stuhls im warmen Licht, auf der Armlehne ein Holzbrett mit kleinem Ventilator und einer verchromten Glocke, dahinter Karteikarten mit Schreibmaschinentext an der Wand

Foto: Donghee Nam, Pauline Fabry

  • Ein schwarzer Kleiderständer aus Bugholz vor einer weißen Wand, an einem Haken eine Karteikarte mit Schreibmaschinentext, unten hängt ein altes Kassettengerät
  • Die Haken eines schwarzen Kleiderständers, an einem hängt ein orangefarbener Telefonhörer; dahinter an der Wand der lange Schatten des Ständers und ein Spiralkabel

Foto: Donghee Nam, Pauline Fabry

Karteikarten mit Schreibmaschinentext an einer weißen Wand, jede mit Pflastern befestigt

Foto: Donghee Nam, Pauline Fabry

Jahr
2018–2019
Zeitraum
Self-experiment 13 June – 20 September 2018 · Premiered at the KHM Rundgang, 10–14 July 2019
Medium
Multimediale Rauminstallation & Performance
Ort
Kunsthochschule für Medien Köln